Nicht ohne meinen Hut

Tanja-4509Ach, wie schön, der Herbst ist da. Goldene Blätter, Kürbissuppe, warmer Kakao, Spaziergänge am Elbstrand, kuscheln, lange Mäntel, den Lieblingsschal heraussuchen und sich auf die kalte Jahreszeit einstimmen. Etwas was meiner Meinung nach nicht fehlen darf  im Herbst ist das passende Accessoire auf dem Kopf.
Ich liebe Fascinator, Hüte und Tüddelüt. Vor allem die 20er Jahre haben es mir angetan, leider habe ich bisher kein echtes  Vintage Stück ersteigern können, aber ich suche noch. Wer einen Tip für mich hat, gerne melden.Früher war es gang und gäbe, dass man nicht nur zu besonderen Anlässen sondern auch im Alltag den Hut integrierte. Ich erinnere mich an die Kopfbedeckungen meiner Oma. Sie war eine echte Hamburger Dame, hatte Spitzendeckchen Zuhause, Nachschränkchen mit Marmorplatten, verzückende Vintage Pillendosen, teures Porzellan, welches sie nur Sonntags aufdeckte, Handtaschen und Handschuhe aus echtem Leder, stets adrette Frisuren und absolut Stilsicher. In ihrem Schlafzimmer stand noch ein alter Waschtisch mit riesen Spiegel,schwerer Marmorplatte und tiefen Schubladen. Daneben fein säuberlich aus Glaskristall ein Schälchen für Haarnadeln. Wenn es regnete,  hatte sie eine Haube in der Tasche, durchsichtig mit weißen Punkten  immer griffbereit. Ihre Damenhüte bewahrte sie in ihrem Kleiderschrank auf und trug sie zu besonderen Anlässen. Meine Oma hat meinen Stil und meine Liebe zu schönen Dingen sehr geprägt.

Auf alten Fotos, vor allem aus den 20er und 30 er Jahren ist der Hut in meinen Augen das I-Tüpfelchen eines perfekten Stylings. Er wirkt immer mondän, elegant und lässt die Trägerinnen herausragen. Kleiden statt zu verkleiden, ein Hut steht jeden. Ein sehr interessantes Video habe ich von der Designerin Fiona Bennett gefunden. Fiona Bennett im Interview .

Kopfbedeckungen_1802Schutenhut_1819Was zum Lernen: Der Ursprung des Wortes Hut kommt aus dem mittelhochdeutschen . Huot  bedeutete ursprünglich Decke oder Schutz, siehe auch Obhut und entwickelte sich aber im Laufe der Jahre zur Bedeutung für Kopfbedeckung. Die Hutmode der einzelnen Jahrhunderte finde ich wirklich faszinierend. Wir alle kennen die alten Märchen der Gebrüder Grimm oder den Film Mary Poppins. Mit einem Schutenhut oder einer Rokokohaube bedeckt wirkten Mägde, fromme Frolleins und französische Damen so herrlich züchtig. Der Schutenhut kam allerdings um 1860 aus der Mode und wurde vom runden Hut abgelöst.

Die Rolle der Frau änderte sich in den letzten Jahrhunderten gravierend  und mit ihr  auch die Hutmode. Wurde der Hut erstmal nur als Kopfbedeckung und als  Bedeckung der Haare gesehen, wirkte er in den 20er Jahren regelrecht als Befreiung. Frau zeigte die Haare, trug sie kurz zum Bubikopf geschnitten selbst der Hut wurde schlichter und moderner.

In den Roaring Twenties kamen immer mehr Kopfdeckungen in Mode, die auch ich heiß und innig liebe. Ob Fascinator, Headpiece oder einfach gesagt kleine Hütchen; meine gebe ich nicht wieder her.
Meinen ersten Fascinator habe ich mir 2003 in New York gekauft und mein Kater hat sich in einem stillem Moment, über das dubiose Federding hergemacht.
Einer der bekanntesten Fascinator war wohl der von Prinzessin Beatrice, dieser sorgte bei der Hochzeit von William und Kate 2011 für viel Aufsehen, bitterböse Karikaturen und Presse und wurde letzendlich auf Ebay zugunsten eines gutes Zwecks, für sagenhafte 99.000 Euro versteigert. Die New York Times erklärte das Hütchen zum Top 3Thema 2011.

Ein sehr gewöhnungsbedürftiges Design, wie ich finde. Eine eigene Meinung könnt ihr euch hier bilden: Prinzessin Beatrice  und ihr Hut

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Hüte

 

Weitere Links zum Thema

Hutdesign:
Rotkäppchen Designs
Pieper Hutmode

Styling:
20er Jahre StylesWasserwelle

Party:
Party im Look der 20er

 

Mode, damals oder heute soll vor allem eines tun. Richtig rocken und Spaß machen.Wenn ihr neue Dinge ausprobieren wollt: Traut euch! Lieber mit viel Stil als ganz ohne!

Schickt mir Bilder eurer Fashion Must Haves an info@kurvenrausch-hamburg.de

Alle meine Fascinator kommen von Bijou Brigitte, die Hüte sind entweder von H&M und von TK Maxx.

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