#ProjectPlus – es reicht jetzt!!

Vor einigen Woche war es wieder soweit und die Berlin Fashion Week rief Blogger, Influencer, Stars und Sternchen in die wunderschöne Hauptstadt .Bloggerevents, Einladungen, Interviews, Shows, Messen – es war wie immer eine anstrengende Woche und Wir freuten uns einige Blogger-Mädels und Freunde wiederzusehen.

Da in diesem Jahr einige Designer im „Zelt“ fehlten, unter anderem Minx, war uns klar, dass außer auf der Panorama, keine Großen Größen bei den namenhaften Shows geben wird. Unglaublich schade! Keine Quotendicke, keine Hoffnung auf eine größere Größe in einer regulären Show. Die Hoffnung, dass wir mehr vertreten sind schwindet dahin.

Es bewegt sich viel im Plus Size Bereich – ohne Frage. Nach wie vor ist der Bereich der Anschlussgrößen einer der am stärksten wachsenden Märkte im Modebusiness. Ein Bereich mit Chancen, der noch lange nicht erschlossen wurde und sich weiter entwickelt. Nach wie vor ist das Angebot, besonders im Premium Segment, sehr überschaubar. Couture ist noch seltener und eine echte Herausforderung.

Samuels von der Kurvenrauschmodelagecy auf dem Laufsteg in Paris.

Nachfrage aber kaum Angebot

Plus Size Frauen und Männer verdienen eine Auswahl und weiterhin geben wir uns mit so wenig zufrieden! Jedes Jahr versuche ich für meine Plus Size Fashion Days Designer zu finden, die den Anspruch Couture auch verdient haben. Eine echte Herausforderung!
Einige Designer sind ihrer Zeit deutlich voraus und finden in Deutschland viel zu wenige, mutige Kundinnen die ihre Mode auch tragen wollen. Ich denke da am Olivier Wartowski, der mit ungewöhnlichen Materialien und Schnitten arbeitet. Der ein unglaublich gutes Auge hat für Schnitte, Raffungen, Layering und Material. Oder Amelie Maublanc vom Label OnOz die ebenfalls bemerkenswerte Schnitte, Stoffe und Designs kreiert hat. Beide Designer gibt es nicht mehr – der Plus Size Markt bietet Ihnen wenig Möglichkeiten bzw sind wir noch nicht bereit, uns in dieser Mode auch wiederzufinden. Mode muss gesehen und erlebt werden und in genau dieser Position sind Blogger absolute Vorreiter. Sie ebnen den Weg für neue Sehgewohnheiten, helfen dabei, dass die Frauen sich an figurbetonte Kleidung trauen und keine Zelte mehr wollen.

Modelle in unterschiedlichen Konfektionsgrößen – die Plus Size Fashion Days leisten Pionierarbeit.
Vielfalt fehlt uns nicht nur in Keidergrößen sondern auch an Altersklassen.

Niemand will Dicke auf dem Laufsteg sehen
Wer allerdings glaubt, dass Designer gerne Mode für Große Größen entwerfen würden, der irrt. Mode die nicht auf eine Standard-Figur (90-60-90) passt ist schwer zu entwerfen denn es gibt unzählige Körperformen bei den Plus Size Frauen. Die eine hat mehr Oberweite, die andere hat eine Birnen-Figur, eine weitere ist wie ein Apfel geformt.

Sicher, einige Designer wie Adam Brody haben sich dem Thema mit Herz und Seele verschrieben. Sie kreieren, probieren, hören zu und setzen um und sind absolute Meister ihres Faches.
Es ist aber um ein Vielfaches einfacher, Mode nach Standardmaß zu fertigen. Mode, die sich wenige leisten geschweige denn tragen können – hören die meisten Kollektionen doch schon bei 36/38 auf. Wir erschaffen einen elitären Kreis, präsentieren Mode an Frauen, denen sekundäre Geschlechtsmerkmale wie Busen oder Po gänzlich fehlen, die nicht älter als maximal 25 sind und eine maximale Kleidergröße von 36 haben. Hört sich unwirklich an aber so ist es! Wenn nur 15% der Deutschen Frauen eine Kleidergröße 36/38 tragen und der Durchschnitt bei 42/44 liegt, warum werden diese Frauen dann in den Medien komplett ignoriert?

New York Model Denise Bidot bei der Zizzi Fashionshow in Kopenhagen

Bei einem Besuch in Berlin waren wir auf einer Show von Thomas Hanisch und waren absolut begeistert. Wahnsinns Teile, falscher Pelz, Latex, tiefe Ausschnitte und eine unglaubliche Show. Es hat absolut was für sich, wenn mehrere Frauen wie Zinnsoldaten hintereinander laufen und gleich aussehen. Die Mode ist so absolut im Vordergrund und das ist auch das Ziel welches die Designer haben.

Wir finden, dass alle Frauen toll sind  und jede hat ihre Berechtigung. Ob nun Plus Size oder Straight Size, alles muss es geben aber wir dürfen bitte nicht leugnen, dass dicke Frauen und Männer existieren und ein Anrecht auf Mode haben. Wir verdienen eine Auswahl, ein Angebot, wir haben ein Recht darauf uns modisch zu kleiden. Diese Diskrepanz zwischen Laufsteg und Realität muss aufhören.

Ein wichtiger Meilenstein für die Plus Size Fashion Days war für es, dass Thomas Hanisch extra ein Outfit nur für unsere Veranstaltung entworfen hat – in einer großen Größe. Daniela sah fantastisch aus!

Daniela trägt eine Kreation vom Designer Thomas Hanisch bei den Plus Size Fashion Days 2016

Zum Umwohlsein erzogen
Wie sollen wir lernen uns gut und wohl zu fühlen, wenn wir dicke Frauen nirgendwo sehen? Wir sind kaum in den Medien vertreten, haben ganz oft eine einseitige Rolle, bekommen nur eine Seite im H&M Katalog, wir haben keine Frauenzeitschrift nur für uns …und doch gibt es keinen Aufschrei. Wieso? Weil uns stets und ständig gesagt wird, dass wir nicht gut genug sind. Was durchaus ein Frauenphänomen ist und sich durch alle Konfektionsgrößen zieht. Und wir glauben das! Ist es nicht bescheuert?

Ich habe davon so die Nase voll und habe mein eigenes Projekt geplant mit dem Namen #ProjectPlus
Wir verdienen Anerkennung, Sichtbarkeit, eine Auswahl an stilvoller Kleidung, wir gehören nicht in die hinterste Ecke. Wir brauchen mehr Menschen, die sich dafür einsetzen, dass diese Ausgrenzung aufhört. Alle Modestile und Größen haben ihre Berechtigung – auch Plus Size Mode.

In den kommenden Woche werden wir euch mehr erzählen zum Thema #ProjectPlus und was wir alles vorhaben. Wir müssen einfach mehr erreichen und verstehen, dass alle Körper schön sind. Gegenseitige Akzeptanz würde bedeuten, dass wir endlich wahrhaftige Vielfalt sehen: Auf den Laufstegen, in den Magazinen…

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