Ich habe ein Recht darauf mich Sexy zu fühlen – dick ist kein Fetisch

Hallo, meine Lieben..

Hallo, meine Lieben..

In meinem letzten Post habe ich euch 12 Tools an die Hand gegeben, die es einfacher machen sich im Alltag zu organisieren. Eines dieser Tools ist ein Social Media Kalender der mir verriet, dass wir in diesem Monat u.a. den Tag des Fetisch haben. Sofort viel mir ein wie sehr dick als Fetisch angesehen wird.

Kann ein dicker Körper wirklich ein Fetisch sein?

Ich dachte an mich und die Reaktionen die mein Körper im Netz und im Alltag hervorruft.Ich dachte an mich und die Reaktionen die mein Körper im Netz und im Alltag hervorruft.Alleine der Weg zum Fitnessstudio oder nur zum Supermarkt um die Ecke ist manchmal sehr interessant.  Entweder werde ich angesprochen und nach meiner Nummer gefragt oder Mann wirft mir komische Blicke hinterher bzw. lästert in aller Öffentlichkeit und in Hörweite über meinen Hintern. Ich komme damit klar, es gehört zu mir und solche Bemerkungen regen mich nicht mehr auf.

Zu meiner Zeit als Single habe ich mich ein Jahr lang recht häufig gedatet. Ich hatte gerade die Trennung von meinem Ex-Mann hinter mir und war das erste mal seit 10 Jahren Single. Wie geht das gleich nochmal? Will ich das überhaupt?

Meine ersten Dates waren unglaublich ungewohnt für mich und es war komisch andere Männer zu berühren bzw berührt und verehrt zu werden. 

War ich damals gerade aus meiner unglücklichen Ehe raus so taten mir meine Dates einfach gut. 
Mein Gewicht war eigentlich nie ein Thema, besonders nicht wenn es um Körperlichkeiten ging.

Was ich aber wollte war etwas festes und echtes, ich hatte nach einigen Bekanntschaften schnell die Nase voll und suchte nach einer Beziehung.
Heute würde ich es nicht mehr so definieren, denn wer weiß schon den Ausgang einer neuen Romanze. Klammern und Hoffen und alles planen zu wollen, das funktioniert nicht.

Stehen manche Männer heimlich auf dicke Frauen?

Eines meiner Dates blieb mir in guter Erinnerung…Ein sehr netter, gut situierter junger Mann, Ende 30, Besitzer einer wunderschönen Eigentumswohnung in bester zentraler Lage, beruflich erfolgreich, Eltern mit Haus an der Elbchaussee und er- er hatte eine Schwäche für dicke Frauen.
Das wusste ich natürlich nicht bei unserem ersten Treffen. Schnell wurde klar, dass der gute Mann mehr wollte von mir – allerdings heimlich. What? Mich muss man nicht verstecken – dachte ich empört.

Seine Eltern würden eine vollschlanke Frau an seiner Seite nie akzeptieren aber er würde sich sehr gerne regelmäßig mit mir treffen und mich dafür auch großzügig belohnen. 
Ein Auto wäre kein Problem, oder vielleicht ein schöner Urlaub oder eine Rolex? Ich wusste gar nicht was ich sagen sollte und sagte ihm, was für ein trauriges Leben er führe wenn er seine Leidenschaft nicht ausleben dürfte. Wir trafen uns nie wieder.. Ich bin kein Fetisch!

In Gesprächen mit anderen Frauen und Freundinnen fand ich heraus, das viele bereits ähnliche Angebote erhalten haben bzw. heimlich solche Treffen arrangieren.

Wie wäre es, wenn dicke Frauen gesellschaftlich akzeptiert wären?

Gerade im Netz scheint es ein Lieblingsthema zu sein, über Frauenkörper zu sprechen bzw. über das Thema „Dick und/oder Dünn“. Nichts scheint die Nation mehr zu spalten. Erst letztens macht ein Artikel in der „Zeit“ bzw. „The Iconist“ die Runde, in der eine Journalistin Ashley Grahams Schenkel diskreditierte und sich gegen fette Models aussprach, die sowieso niemand sehen will.

Wenn wir im Januar die Magazincover der einschlägigen Frauenzeitschriften ansehen, dann wird überall für Diäten, Körperoptimierung usw. geworben, denn die „guten Vorsätze“ stehen an. Dick zu sein in einer Zeit, in der mit Diäten viel Geld gemacht wird, irgendwie das Schlimmste.

Die wahre Revolution

Würden wir Frauen, denn wir sind überwiegend betroffen, plötzlich anfangen, uns schön zu finden, dann wären mehrere Branchen von der Pleite bedroht, denn ganze Industrien leben von dem Wunsch, dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen. Dabei würden wir eine echte und wahre Revolution erschaffen, wenn Menschen keine Lust mehr haben, sich dem ständigen Schönheitsdruck auszusetzen.

Stellt euch vor, es gäbe keinen Thigh Gap-Trend mehr, die Sonne müsste auf Fotos nicht mehr durch den Spalt zwischen den Oberschenkeln durchscheinen, alle würden Kohlenhydrate essen, zu jeder Tageszeit, und wären glücklich damit. Wir würden keine Waage mehr haben, uns nicht nur mit Äußerlichkeiten beschäftigen und hätten nicht den ständigen Drang, perfekt sein zu wollen. Wir würden uns unterstützen, würden auf der Fashion Week unterschiedliche Frauenkörper sehen, die Modeindustrie würde in allen Größen schneidern und wir hätten endlich Läden, in denen wir alle einkaufen könnten, in einer Abteilung und von einer Kleiderstange.

Tja, man wird ja wohl noch träumen dürfen… 🙂

Meine Wünsche:

Ich möchte mich nicht ständig unter Druck gesetzt fühlen.

Ich stehe zu mir und meinem Körper und erwarte auch von meinem Partner, dass er kein Problem mit meiner Figur hat.
Wie jede andere Frau möchte auch ich meiner Selbst wegen geliebt werden.
Alle Körper sind schön, nur fehlen uns die positiven Rollenbilder in den Medien – und daran bin ich gerne bereit etwas zu ändern. Du auch?

Alles Liebe,
Tanja

Die wundervolle Wäsche und die Glitzerpeitsche wurden mir von Orion für dieses Shooting zur Verfügung gestellt. Mit dem Code Tanja15 erhaltet ihr 15 Euro Rabatt ab einen Bestellwert von 40 Euro bei www.orion.de 

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Foto: @Kupferfux Andrea Hufnagel

3 Comments
  1. Wow, ein wirklich toller Artikel ! Ich würde auf meinem Blog gerne mehr solcher Arikel einbinden, und nicht nur selbstgeschriebene, sondern auch Gastartikel, die mich selbst inspirieren ! Ich hab dir bei Facebook eine Nchricht geschrieben, ich fänd es wirklich toll, wenn ich diesen Artikel als Gastartikel auf meinem Blog einbinden darf mit dem verweis auf deinen Blog 🙂 (Das solltenn wir dann über facebook klären)
    Jedenfalls, eine wirklich tolle Inspiration ! Und echtss chöne Bilder 🙂

  2. Sehr toller und vorallem realistischer Artikel. Ich habe und mache immer noch ähnliche Erfahrungen was das Thema angeht. Ich finde es auch unfassbar, dass man es als Fetisch deklariert, wenn ein Mann auf vollschlanke Frauen steht. Es ist doch das gleichen wie, wenn man große, kleine, sportliche, blonde oder auf afroamerikanische Frauen steht. Es sind subjektive Vorlieben, für die sich niemand auch nur ansatzweise rechtfertigen muss. Es ist alles andere als ein Fetisch.

    Meiner Erfahrung nach, setzen sich Vorallem Männer mit geringen Selbstbewusstsein unter diesem Druck. Männer, die wie in deinem Beispiel sich in der Öffentlichkeit oder auch privat beweisen müssen. Natürlich tun die mir auch leid, sie selbst stehen ja auch unter einem ungeheuren Druck und es ist traurig, dass sogar die eigene Familie einen nicht so akzeptieren kann. Mit den Vorlieben, die man hat. Ich selbst hatte als vollschlanke Frau auch ein Verhältnis mit einem Personal Trainer. Dieser Mann, der natürlich optisch völlig anders aussah als ich, verdient sein Geld damit anderen beim Abnehmen oder Muskelaufbau zu helfen. Er hat ebenfalls eine Vorliebe für kurvige Frauen, doch er unterlag auch dem gesellschaftlichen Druck, sodass er sich mit mir zwar nicht heimlich traf, aber er war nicht bereit eine vollschlanke Frau an seiner Seite akzeptieren zu können. Ich brach, genau wie du, den Kontakt ab, denn ja! Ich bin kein Fetisch und für mich braucht man sich nicht zu schämen. Letztlich erfuhr ich, dass er nach mir mit einer Frau zusammen kam, der man gesellschaftlich Topmaße zusprechen würde 😉 Jedes mal, wenn wir uns zufällig über den Weg laufen spüre ich immer noch seine Blicke auf mir. Wenn ich es darauf anlegen würde, würde er sofort wieder eine Affäre mit mir eingehen. Ich weiß nicht wer mir mehr leid tun soll. Er, der unter so imensen Druck steht und seiner Leidenschaft nicht nachgehen kann oder die Frau, die er sofort bereit wäre zu betrügen, um heimlich seine Vorliebe ausleben zu können. Verurteilen tu ich ihn aber nicht, denn so tickt unsere Gesellschaft leider. Wir werden mit diesen Werten erzogen und die Medien diktieren uns vor was attraktiv ist und was nicht. Ähnlich wie es diese Reporterin mit Ashley tat. Ich empfinde einfach nur Mitleid mit ihm und bin froh, dass ich diesem gesellschaftlichen Druck nicht mehr unterliege.

    Wir sind kein Fetisch! Und Menschen sollten aufhören darüber zu urteilen was für Vorlieben wir haben. Ist doch völlig egal, Hauptsache wir sind alle glücklich.

    Danke liebe Tanja für deinen tollen Beitrag.

  3. Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht, in unterschiedlicher Ausprägung.

    Vorab: ich bin die erste Frau dieses Formats für meinen Partner. Ihm ist’s egal, und wenn er meinen Bauch streichelt, dann nicht weil er so groß ist, sondern weil es meiner ist.

    Aber die Version: wir können uns gerne treffen (allerdings ohne die finanziellen Vorteile, ich überlege noch ob ich neidisch sein soll), aber mehr als vielleicht gemeinsam bei der Tür stehen ist nicht, das kenn ich auch. Und während der Single Phase hab ich das auch probiert. Ging mal ganz schief. Ich war zu 95% mein Bauch, 4% Busen und Kopf und der Rest war das übrige mickrige Prozent. Nicht gut fürs Gefühl.

    Etwas häufiger gab es dann für mich das Mittelding. Häufiger weil ich mich aufs andere nicht mehr einließ. Das war dann gefühlt 50% Bauch, 50% Rest. War nicht perfekt, aber eine starke Verbesserung. Da wurde zumindest ich als Mensch schon wahrgenommen und nicht nur, der Bauch. Mit so einem Mann hatte ich dann auch eine längere Affäre. Er gab mir was ich wollte, das körperliche selbst war ziemlich ausgewogen, nur am Ende jedes Treffens gabs von ihm mal kurz ein „Tribut an meine Kurven“, ums poetisch auszudrücken. Bräuchte ich nicht jeden Tag (er auch nicht), aber es war der richtige Schritt der mich dann auch soweit bestätigte, dass ich mehr verdiene. Ist ja jetzt auch nicht ganz übel, so gesehen.

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