Wenn aus Leere Lehre wird – Retreat Wochenende

Es ist Samstag..

..und ich sitze in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern und schaue auf einen riesengroßen Baum der viele Blätter in bunten Farben trägt. Um mich herum ist vollkommene Stille. Nur die Vögel zwitschern und ich nehme den Geruch der Kamine, die hier in der Umgebung befeuert werden, wahr.

Ich habe bereits zwei Tage in einem Kloster hinter mir und habe kaum Ablenkung. Auch wenn es morgen bereits wieder nach Hause geht, so war der heutige Tag so intensiv, dass ich eine Schreibpause brauche um alles zu verarbeiten. Diese Gedankenpause kommt gerade richtig für meinen heutigen Mittwochspost. Was ich im Retreat erlebt habe kannst du heute hier lesen oder hier hören.

Aber fangen wir von vorne an..

Meine regelmäßigen Auszeiten habe ich fest in meinem Alltag integriert. Vielleicht habt ihr es bereits mitbekommen, dass ich mindestens einmal im Jahr auf Fanö bin um mich zu sammeln. Ich bin eine große Verfechterin der inneren Arbeit und bin felsenfest davon überzeugt, dass wenn wir uns verändern bzw. weiterentwickeln wollen, dass wir dann nach innen schauen müssen.

Bewusste Zeiten mit mir alleine helfen mir, von meinem beruflichen Alltag loszukommen. Mein Leben ist aktuell sehr turbulent und durchgetaktet. Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich mit meinen Fragen, die in mir immer wieder aufgetaucht sind nicht weitergekommen. Ich gebe unglaublich viel, würde sagen, dass ich über ein gutes emotionales Wissen verfüge und immer für andere da bin. Diese Rolle der Beraterin und Wegweisern habe ich furchtbar gerne aber – auch eine starke Frau braucht einen Rückzugsort, einen Ort für innere Arbeit. Eine Tankstelle der guten Energie und inneren Fülle.

In den letzten Wochen habe ich gemerkt, dass mir diese Energie gerade sehr fehlt.
Also, so dachte ich mir, muss ich an dem Ort zurück, an dem ich mit meiner inneren Arbeiter zwei Jahren bereits begonnen habe – in ein Kloster in Mecklenburg-Vorpommern.

Den Blick bewusst nach innen zu lenken und alle Gefühle, Emotionen und Gedanken zu sehen, auszuhalten und nicht wegzulaufen, das ist für mich im Kern meine eigene Definition von innerer ARBEIT.

retreat tanja marfo

Retreat

Ich habe mich für ein Retreat angemeldet, was so etwas ist wie ein intensiv Seminar mit anderen Teilnehmern. Yoga, Meditation, Gymnastik und Gespräche sollen dazu führen wieder bei sich zu sein. So dachte ich es mir.

Ich würde mich nicht als spirituell bezeichnen. Ich singe und schwinge nicht chantend im Chor um einen Meister herum und stelle ihm Fragen und erhoffe weise antworten …
(Vorsicht:IRONIE!)

1. Kommt es anders und 2. Habe ich die Beschreibung des Retreats nicht wirklich gelesen und schwupps fand mich in einer Gruppe von Menschen wieder die offen Fragen an einen „Lehrmeister“ stellte. Küchendienst und intensive Gesprächskreise, Gymnastik, Meditation und mehrere Darshans standen ebenfalls auf meinem Plan.

Muss ich erwähnen, dass ich gar keine Lust auf Küchenarbeit hatte? Ich wollte mich erholen und war am Anfang sehr überrascht..Und was ist ein Darshan?

Zurück zum Lehrmeister

Tja, und so saß ich in diesem wunderschönen Raum und ein Mann betrat die Bühne mit musikalischer Untermalung. Er setzte sich hin und sagte 5 Minuten erstmal nichts. Danach zuckte er mit seinen Händen und atmete schwer, öffnete die Augen und sprach davon, dass man mit ihm in Dialog treten könne.

Ich wollte so laut loslachen – ihr habt ja keine Ahnung!!
Ich dachte mir, wo ist die versteckte Kamera. Das kann nicht deren ernst sein.
Ok Tanja, beruhige dich,“ dachte ich mir.
“ Sei unvoreingenommen und bleib ruhig. Hör‘ zu und vielleicht lernst du etwas dazu.

Ich bin so dankbar, dass ich diese unvoreingenommene Eigenschaft abrufen konnte und ich mir erhalten habe. Denn – die Antworten und Fragen waren wirklich gut und heilsam.

Was genau meine Fragen waren, dass werde ich euch zeitnah verraten.
Wenn du selber noch nie in einem Retreat warst, so habe ich für dich die 5 besten Tipps zusammengefasst, wie du diesen Aufenthalt genießen kannst und dich am besten darauf vorbereitest.

1: Bist du bereit für deine Zeit mit dir?

Ganz alleine mit dir zu sein ist eine echte Herausforderung. Wenn alle äußeren Einflüsse wegfallen und du ohne Smartphone, Netflix, Laptop und Internet in deinem Zimmer sitzt wird dir erst bewusst wie laut Stille sein kann.
Das gute ist, dass du viel Zeit hast nachzudenken. Du kannst endlich mal wieder lesen, Tagebuch schreiben, Spazieren gehen und einfach loslassen.
Was dann alles für Gedanken und Emotionen hochkommen kannst du in einem Retreat sehr gut herausfinden. Hab’ keine Angst davor und lasse los!

2: Lass los

Loslassen fällt vielen schwer. Ob es Beziehungen sind, Freunde, Familie, Dinge die wir nicht brauchen.. Es gibt vieles woran wir festhalten und nicht loslassen wollen. Loslassen ist auch etwas was mir schwerfällt aber manchmal gibt es Situationen und Zeiten, an denen wir uns verabschieden müssen. Im Kloster wurde gesagt, dass etwas stirbt und das Bewusstwerden ist meistens sehr schmerzhaft. Oft sehen wir erst im Nachgang, dass Menschen, Liebesbeziehungen, Freunde oder auch Dinge uns nicht gutgetan haben. Wir wollen festhalten weil wir Angst haben. Wovor genau? Was macht Angst mit uns? Was bedeutet es keine Kontrolle über Situationen zu haben? Wenn Loslassen gerade ein Thema für dich ist dann helfen dir diese Fragen vielleicht.

3: Nimm dir Zeit für Dich

Bitte nehme dir Zeit für dich und das was du brauchst. Bitte plane deine Aufenthalte ein und bitte, bitte lass dein Handy liegen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist nicht doch mal eben auf Social Media die neusten Fotos zu posten und zu planen.
Gönne dir deine Zeit nur mit dir und plane sie dir bewusst ein.
Egal ob du ein Retreat machst, ans Meer fährst oder was auch immer dir hilft – sei ganz bei dir und erlaube dir deine Auszeit. Packe dir bequeme Kleidung ein, in der du dich wohl fühlst.

4: Nach innen gucken

Der schwierigste Part in einem Retreat ist der Blick nach innen. Was ist das überhaupt?
Was beschäftigt mich gerade? Welche Themen kommen hoch, wenn ich zur Ruhe komme? Wenn ich mich mit meinem Innersten niemals wirklich befasst habe, wer kann mir dabei helfen? Was möchte ich aus dem Retreat mitnehmen?Schreib deine Gedanken in ein Tagebuch, das hilft mir immer sehr.

5: Gutes Gedankengut mitnehmen

Während ein Kloster oder ein Retreat dir einen absoluten Rückzugsort bieten ist der Alltag meistens wieder ganz schnell zurück. Gute und nährende Gedanken mitzunehmen ist wichtig. Baue dir im Alltag deine #Metime ein und lasse sie dir nicht nehmen.10 Minuten am Tag nur für dich alleine schaffst du umzusetzen.

Ich freue mich wenn es euch gut geht. Achtet auf euch – mental und physisch.

Alles Liebe,
Tanja

 

 

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